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Wirtschaftliche Entwicklung 2010

Die Ergebnisse der sozial-wirtschaftlichen Entwicklung in der Republik Aserbaidschan für das Jahr 2010
 
Der Aufbau eines liberalen Wirtschafssystems, die breite Förderung der unternehmerischen Aktivitäten, der rationale Einsatz der reichen Naturressourcen und des regionalen Potenzials, die Entwicklung im Nichtölsektor, die erneuten Verbesserungen des Investitionsklimas und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Produktion leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der aserbaidschanischen Wirtschaft im letzten Jahr.

Trotz der bestehenden Spannungen in der Weltwirtschaft verlief das Jahr 2010 für die aserbaidschanische Wirtschaft wie in allen letzten Jahren sehr erfolgreich, so das ein 5-prozentiges Wachstum des BIP verzeichnet wurde und erreichte damit in der monetären Äquivalenz die Höhe von 41,6 Mrd. AZN (38,2 Mrd. Euro).

Im Vergleich zum vorletzten Jahr stieg der Anteil der Produktionsbrachen im BIP von 62,4% auf 65,5%, der Anteil des Dienstleistungssektors ging jedoch von 29,7% auf 27,4 % zurück. Der Anteil der reinen Produktions- und Importsteuern im BIP entsprach 7,1%. Als Ergebnis der Maßnahmen zur Diversifizierung der Wirtschaft, Entwicklung der unternehmerischen Aktivitäten, Verbesserung des Investitionsklimas hat sich die dynamische Entwicklung des Nichtölsektors fortgesetzt und sein reales Wachstumstempo überstieg die allgemeine Wachstumstendenz. Im Jahre 2010 konnte neben dem 1,8-prozentigen Wachstum im Ölsektor ein 7,9-prozentiges Wachstum des Mehrwertes im Nichtölsektor beobachtet werden. In der gleichen Periode stieg der Mehrwert in den Nichtölsektoren der Industrie um 5,9%, im Bausektor um 20,3% und im Dienstleistungssektor um 7,2%. 2010 betrug die Mehrwertbildung in der Industrie 21,9 Mrd. AZN, was 52,6% des BIP entspricht, in der Land- und Forstwirtschaft, sowie in der Fischerei 2,2 Mrd. AZN (2,1 Mrd Euro) (entsprechend 5,4% des BIP), im Bausektor 3,1 Mrd. AZN (2,8 Mrd.Euro) (7,5%), in der Transport- und Lagerwirtschaft 2,5 Mrd. AZN (2,3 Mrd Euro) (6,0%), im Informations- und Kommunikationssektor 788,4 Mio. AZN (723,3 Mio. Euro) (1,9%), im Groß- und Einzelhandel und im Servicebereich für die Auto- und Motorradreparatur 2,7 Mrd. AZN (2,5 Mrd Euro) (6,6%), im Bereich für das Hotel- und Gasstättenservice 434,5 Mio. AZN (398,6 Mio. Euro) (1,0%) und in der Sphäre der Sozial- und anderen Dienstleistungen 4,9 Mrd. AZN (4,5 Mrd. Euro) (11,9%). Das Pro-Kopf-Volumen des BIP stieg um 3,7 % und betrug 4653,3 AZN oder auch 5797,8 US-Dollar.

Jährliche durchschnittliche Inflationsrate blieb im regulierbaren Rahmen und betrug 5,7 Prozent. Die Einkünfte der Bevölkerung stiegen um 12,3%. Nach den Ergebnissen des Jahres 2010 war die Armutsrate rückgängig und betrug 9,1%. In den letzten sieben Jahren wurde die Armutsrate in Aserbaidschan 4-5 Mal niedriger. Strategische Währungsreserven stiegen im Vergleich zum Jahresbeginn um 50% und beliefen auf 29 Mrd. US-Dollar. Das ist ein wichtiger Indikator für die nachhaltige Entwicklung des Landes. Es wurden 51 Mio. t Öl und 27 Mrd. m³ Erdgas gefördert, der industrielle Output stieg um 2,6%. Einer von den wichtigsten Erfolge auf diesem Gebiet war die Erschließung der neuen Öl- und Erdgasfelder im letzten Jahr auf eigenen Kosten der Staatlichen Erdölgesellschaft.

Vom Februar 2004 bis in die Gegenwart wurden mehr als 900 000 Arbeitsplätze geschaffen, was als einer der wichtigen Faktore bei der Beseitigung der Arbeitslosigkeit gilt. Die Politik der Industrialisierung wurde fortgesetzt, 60 Produktionsstätte im Bereich der auf den neuen und modernen Technologien basierenden Elektrotechnik, der Nichteisenmetallurgie, des Maschinenbau, der Verarbeitung der Landwirtschaftserzeugnisse und der Herstellung von Baumaterialien wurden in Betrieb genommen, die Bauarbeiten an mehr als 80 anderen Industriebetrieben wurden fortgesetzt. Diese sowie die Arbeiten am Aufbau der Weltraumindustrie und der für 2012 geplante Start des ersten aserbaidschanischen Satelliten haben das Industriepotenzial des Landes erweitert und die Grundlagen für die nachhaltige Entwicklung des Nichtölsektors geschaffen.

Trotz der durch die ungünstigen klimatischen Verhältnisse und Naturkatastrophen verursachten Engpässe bei der Produktion von Getreidekulturen hat sich das Wachstum auf dem Gebiet der Landwirtschaft dank der Förderung der Anwendung von intensiven Methoden und der komplexen Maßnahmen der staatlichen Unterstützung fortgesetzt. Unser Land hat die Eigenversorgung mit einer Reihe von wichtigen Lebensmittelprodukten gewährleistet. Um die negativen Auswirkungen des Preisanstiegs für Weizen zu verringern, hat der Staatliche Weizenfonds das Volumen des Weizenankaufs bis 500 000 t erhöht, der Import von Weizen und Mehl wurde von Mehrwertsteuer befreit. Wie auch in den vorigen Jahren wurden die Gewährung von Beihilfen für die Landwirtschaft, die Steuervergünstigungen und die Vergabe der günstigen Kredite fortgesetzt, die Bedingungen für das Agroleasing und Agroservice wurden vereinfacht.

Das für den Nichtölsektor wichtige Transitpotenzial wurde verstärkt, der Wiederaufbau der Autostraßenbahnen wurde fortgesetzt und das Staatliche Programm zur Entwicklung des Eisenbahntransportsystems wurde verabschiedet. Es wurde mit dem Bau des Meerhafenkomplexes begonnen.

Als Ergebnis der Schaffung des attraktiven Investitionsklimas wurden im Land 15,5 Mrd. US-Dollar aus allen Finanzierungsquellen investiert. Der Hauptanteil in den allgemeinen Investitionen gehört dem Binnen- und Nichtölsektor. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Schaffung des günstigen Geschäftsklimas zum Anstieg der finanziellen Möglichkeiten der aserbaidschanischen Unternehmen geführt hat. So waren sie imstande, nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch außerhalb des Landes zu investieren.

Als Ergebnis der Verwirklichung des Staatlichen Investitionsprogramms mit der infrastrukturellen und sozialen Ausrichtung wurde der Bau von Transport-, Kommunal-, Wasserreserve- und Bewässerungs-, Energetik- und Industrie-, Umwelt-, Landwirtschafts-, sowie sozialen Infrastrukturobjekten durchgeführt. Die Erfüllung des Staatlichen Programms zur sozial-wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen spielte eine außerordentliche Rolle bei der Gewährleistung der ausgeglichenen Entwicklung in den Regionen und der Erhöhung des Wohlstands der Bevölkerung. Im letzten Jahr wurden mehr als 160 Industrie, Landwirtschafts-, Dienstleistungs- und Handelsbetriebe gebaut, die Bauarbeiten an mehr als 200 Betrieben werden fortgesetzt.

Die Import- und Exportverfahren wurden vereinfacht, die Steuerlast wurde verringert. Der Nationale Unterstützungsfonds des Unternehmertums vergab im Laufe des Jahres nur in den Regionen die vergünstigten Kredite in Höhe von 115 Mio. AZN (105,5 Mio. Euro) zur Finanzierung von 1430 Investitionsprojekten.

Soziale Infrastrukturprojekte, darunter 45 medizinische Einrichtungen, mehr als 70 Schulgebäude wurden gebaut und renoviert. Das große Infrastrukturprojekt zur Versorgung der Bevölkerung mit dem Trinkwasser, die Verlegung der Oghuz-Gabala-Baku-Pipeline wurde abgeschlossen.

Die von der Haydar-Aliyev-Stiftung im Bereich der Bildung, Kultur, Medizin und auf anderen Gebieten zur Entwicklung der sozialen Felder realisierten Programme und Projekte haben eine außerordentliche Bedeutung.

Diese Errungenschaften wurden von den internationalen Organisationen positiv bewertet. Laut dem Menschlichen Entwicklungsbericht des Entwicklungsprogramms der UNO, der den Wohlstand der Bevölkerung zum Ausdruck bringt, hat sich Aserbaidschan in den letzten fünf Jahren 34 Stufen nach vorne bewegt und erreichte vom 101. Platz unter den 169 Ländern im Jahr 2005, den 67. Platz im Jahr 2010. In den Jahren 2000-2010 belegte unser Land laut dem menschlichen Entwicklungsindex und gemessen am durchschnittlichen Jahreswachstumstempo stets den ersten Platz unter den GUS-Staaten und wurde aus der Ländergruppe mit der „mittleren menschlichen Entwicklung“ und in die Ländergruppe mit der „hohen menschlichen Entwicklung“ befördert.

Die erfolgreichen Ergebnisse der im Land realisierten Politik fanden ihren Ausdruck in den Berichten der angesehenen internationalen Organisationen. In dem vom Weltwirtschaftsforum für die Jahre 2010-2011 veröffentlichten „Globalen Wettbewerbsbericht“ belegte Aserbaidschan unter den GUS-Staaten erneut den ersten Platz. Im Rahmen des Unterindexes der makoökonomischen Stabilität bewegte sich Aserbaidschan 14 Stufen nach vorne und erreichte damit den 13. Platz unter den 139 Ländern. Die internationale Rankingagentur „Standard and Poors“ erhöhte die Landesrankings für die Jahre 2009-2010 von „Stabil“ auf „Positiv“. Die Agentur „Fitch Ratings“ verlieh zum ersten Mal unserem Land einen Investitionsrang.

Im Jahre 2010 führten die in Aserbaidschan eingetragenen juristischen und physischen Personen die Import- und Exportoperationen in Höhe von 27,9 Mrd. US-Dollar mit ihren Partnern aus 147 Ländern der Welt. 21,3 Mrd. US-Dollar im Außenhandelsumsatz oder auch 76,4 % entsprachen dem Anteil des Warenexports aus Aserbaidschan, 6,6 Mrd. US-Dollar (23,6 %) dem Anteil des Warenimports. Im Vergleich zum Jahr 2009 erhöhte sich der Außenhandelsumsatz um 34,1 %, darunter Export um 45,1 %, der Import um 7,8 %. Im Berichtszeitraum überstieg der Export den Import 3,2 Mal und führte damit zur Entstehung eines positiven Außenhandelssaldos in Höhe von 14,7 Mrd. US-Dollar.

Drei Viertel aller Außenhandelsoperationen wurden mit den Ländern wie Italien, Frankreich, Russische Föderation, Israel, Vereinigte Staaten von Amerika, Ukraine, Türkei, China, Kroatien, Indonesien, Malaysia, Singapur und Deutschland durchgeführt.

 
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