• bild1.jpg
  • bild2.jpg
  • bild4.jpg
CDU/CSU - Bundestagsfraktion Mißfelder/Wellmann: 'Wahlen' in Berg-Karabach blockieren friedliche Lösung

Berlin (ots) - Am 19. Juli 2012 finden 'Präsidentschaftswahlen' in dem völkerrechtlich nicht anerkannten Gebiet Berg-Karabach statt. Dazu erklären der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder und der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Karl-Georg Wellmann:
"Die für den 19. Juli 2012 angesetzten 'Präsidentschaftswahlen' in dem völkerrechtlich nicht anerkannten Gebiet Berg-Karabach sind ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, eine friedliche Lösung in diesem Konflikt herbeizuführen. Die internationale Gemeinschaft betrachtet Berg-Karabach völkerrechtlich als einen integralen Bestandteil der Republik Aserbaidschan. Es ist die Position Deutschlands wie der Europäischen Union, dass eine dauerhafte Lösung des Berg-Karabach-Konfliktes nur auf friedlichem Wege geschehen kann. So haben weder Deutschland noch die EU bereits die 'Parlamentswahl' von 2010 in Berg-Karabach anerkannt. Vielmehr hat die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton bei den vorangegangenen 'Wahlen' am 25. Mai 2010 erklärt, dass die Europäische Union den verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Rahmen, unter welchem diese 'Parlamentswahlen' in Berg-Karabach stattfanden, nicht anerkennt. Durch dieses Ereignis dürfe eine friedliche Regelung des Berg-Karabach-Konflikts nicht präjudiziert werden. Diese Auffassung hat Catherine Ashton angesichts der aktuellen 'Präsidentschaftswahlen' erneuert.
Der 20. Jahrestag des Konflikts um Berg-Karabach sollte Anlass sein, die bisherige Konfliktbewältigung zu überdenken und den Konfliktlösungsprozess neu anzustoßen. Eine friedliche Konfliktlösung und eine Normalisierung der Beziehungen würden unmittelbar positive wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse in der gesamten Region Südkaukasus auslösen. Dabei müssen die "Minsk-Gruppe" der OSZE, die NATO und die Vereinten Nationen dem Konflikt in Berg-Karabach wieder mehr Aufmerksamkeit widmen."
Hintergrund:
Nach wiederholten ethnisch begründeten Gewaltausbrüchen zwischen Armeniern und Aserbaidschanern im Zuge der Auflösung der Sowjetunion führte die Auseinandersetzung um Berg-Karabach 1992 zu blutigen Kämpfen mit zehntausenden Toten. Den armenischen Streitkräften gelang 1993 die Einnahme des westlichen Landkorridors zur Republik Armenien, die östlich und südlich an das ehemals Autonome Gebiet Berg-Karabach angrenzenden aserbaidschanischen Bezirke gerieten ebenfalls unter Kontrolle armenischer Einheiten.
Die militärische Besetzung von Teilen des Staatsgebietes Aserbaidschans wurde 1993 vom UN-Sicherheitsrat verurteilt. Bereits seit Ausbruch des Krieges im Jahr 1992 bemüht sich innerhalb der OSZE die "Minsk-Gruppe" um eine Lösung dieses eingefrorenen Konflikts. Trotz seit 20 Jahren andauernder Vermittlungsversuche sind alle Bemühungen, den Status quo zu überwinden, bisher erfolglos geblieben.

 
Stellungnahme der Bundesregierung zu den sogenannten "Wahlen" in den okkupierten Gebiet Aserbaidschans

Die Äußerungen des Sprechers des Auswärtigen Amtes, Dirk Augustin, zum Thema Berg-Karabach am Freitag, den 20. Juli vor der Bundespressekonferenz .: „Was Berg-Karabach angeht, erkennt die Bundesregierung eine Republik Berg-Karabach und ihre Vertretung nicht an und somit auch nicht dort durchgeführte Wahlen. Das ist auch die Meinung der Europäischen Union, gestern hat sich Frau Ashton in entsprechender Weise noch einmal dazu eingelassen.“

 
Die Türkei verurteilt die sogenannten „Wahlen“ im okkupierten Gebiet von Aserbaidschan

Das Außenministerium der Türkei hat in einer Erklärung die „Präsidentenwahl“ auf dem von Armenien okkupierten aserbaidschanischen Gebiet Berg-Karabach, die am 19.07.2012 stattfinden wird, scharf verurteilt. Die Türkei betont darin, dass der Berg-Karabach-Konflikt Haupthindernis für den Frieden, die Stabilität und Zusammenarbeit in der Region sowie für das friedliche Miteinander der Regionsvölker sei. Diese „Wahlen“ seien eine Verletzung der territorialen Integrität und Souveränität Aserbaidschans, illegal und widersprächen den völkerrechtlichen Normen.

 
Polen unterstützt nach wie vor die territoriale Integrität Aserbaidschans

Außenminister Polens, Radoslaw Sikorski, ist am 18. 07.2012 auf Einladung seines aserbaidschanischen Amtskollegen, Elmar Mammadyarov, zu einem offiziellen Besuch in Aserbaidschan eingetroffen. Im Gespräch zwischen den Außenministern beider Länder wurde über die Vertiefung der polnisch-aserbaidschanischen Beziehungen gesprochen. Zum Thema Berg-Karabach-Konflikt hob Sikorski hervor, dass Polen nach wie vor die territoriale Integrität Aserbaidschans unterstützt und zu der selbsternannten „Berg-Karabach Republik“ keine Kontakte hält. Herr Sikorski wurde im Rahmen seiner Reise auch vom Staatspräsidenten, Ilham Aliyev, empfangen.

 
Sitzung des Ministerkabinetts zu den Ergebnissen der sozial-wirtschaftlichen Entwicklung der ersten Jahreshälfte 2012

Am 11. Juli hat unter dem Vorsitz des Präsidenten Ilham Aliyev die Sitzung des Ministerkabinetts zu den Ergebnissen der sozial-wirtschaftlichen Entwicklung der ersten Jahreshälfte 2012 und zu den bevorstehenden Aufgaben stattgefunden. Der Staatpräsident unterstrich in der Sitzung, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der ersten Hälfte d.J. um 1,5 Prozent stieg, wobei das Wachstum des Nicht-Erdölsektors sogar 11,3 Prozent betrug: „In den kommenden Jahren werden wir besonders auf die Entwicklung dieses Sektors setzen.“ Die makrowirtschaftliche Situation sei stabil, die Inflation läge bei rund 2,2 Prozent und die Volkseinkommen stiegen um 14,2 Prozent. Der Agrarbereich habe ein Wachstum von 10,4 Prozent verzeichnet. Mit dem staatlichen Programm seien in Baku und den umliegenden Siedlungen umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt sowie Infrastruktur- und Sozial-Projekte implementiert worden, sagte der Staatschef. Als Ergebnis der Umsetzung des regionalen Entwicklungsprogramms seien 46.000 neue Arbeitsplätze in den Regionen geschaffen worden, 37.000 davon als dauerhafte Arbeitsstellen. Der Präsident verwies auf die bevorstehende Aufgabe des Staates, weitere notwendige Maßnahmen für Einmalzahlungen für Sparguthaben aus der Sowjetzeit und Bereitstellung von gezielten Sozialhilfen zu ergreifen. Er fügte hinzu: „Unsere politischen und wirtschaftlichen Fortschritte begründen, dass heute die aserbaidschanische Bevölkerung wieder wächst: Die Bevölkerungszahl hat bereits 9,3 Millionen erreicht.“ Präsident Aliyev betonte zudem die besondere Bedeutung der Konstanz von Inflationsrate und Wechselkurs der Nationalwährung Manat. Zudem konstatierte er, dass die strategischen Devisenreserven Aserbaidschans zurzeit 44 Milliarden Dollar betragen und ausländische Schulden sieben Prozent des BIP bilden. Er machte auch darauf aufmerksam, dass zur Verbesserung des Geschäftsklimas willkürliche Einmischung der Behörden in die Tätigkeiten der Unternehmen gestoppt und eine rasche Umstellung auf ein elektronisches Verwaltungssystem durchgeführt werden müssen. Auf der Sitzung beauftragte der Staatspräsident die zuständige staatliche Behörde, weitere Dörfer und Siedlungen mit Trinkwasser noch besser zu versorgen und die Anwendung von alternativen Energiequellen zu fördern, um Energiesicherheit für Aserbaidschan und die Partnerländer zu gewährleisten. Das Staatsoberhaupt gab zugleich seine Aufträge bezüglich der weiteren Verbesserung der Umweltsituation, des Baus und der Rekonstruktion von Bildungseinrichtungen und kündigte an, dass das Budget für das nächste Jahr mehr auf soziale Bereiche und Investments gerichtet sein wird.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 3 von 14
Copyright © 2013 azembassy.de. Alle Rechte vorbehalten.